Was ist IntegrART?

Kunst kennt keine Grenzen – ein Netzwerkprojekt des Migros-Kulturprozent

Das Netzwerkprojekt IntegrART des Migros-Kulturprozent fördert seit 2007 inklusive Bühnenkunst:

Mit Pioniergeist gestalten Künstler*innen mit und ohne Behinderungen gewohnte Ausdrucksformen neu und erweitern das Spektrum an Möglichkeiten für die Kunstschaffenden sowie für das Publikum – die gesellschaftliche Utopie einer gelebten Inklusion wird auf der Bühne real.

IntegrART vernetzt alle zwei Jahre inklusive Festivals sowie interessierte Theaterhäuser aus allen Landesteilen der Schweiz, präsentiert gemeinsam mit ihnen nationale sowie internationale Tanz- und Theaterproduktionen und veranstaltet diskursive Plattformen. Mit dieser Biennale engagiert sich das Migros-Kulturprozent für die selbstbestimmte Einbindung von Menschen mit Behinderungen in den Kunst- und Kulturbetrieb – als Grundlage für Repräsentanz und soziale Gerechtigkeit.

IntegrART-Tagung «Strukturen neu denken» – 21./22. September 2021, Zürich

Die Kulturlandschaft befindet sich im Umbruch – bedingt durch globale gesellschaftliche und politische Ereignisse. Dies fordert in besonderem Masse, innezuhalten und Arbeitsstrukturen und -prozesse zu hinterfragen. Die Arbeitsweisen von Institutionen basieren fast immer auf den Annahmen einer Norm. Menschen, die dieser Norm nicht entsprechen, kommen entsprechend nicht vor, Ausschlüsse werden (re)produziert. Welcher Arbeit bedarf es, um neue Modelle nachhaltig zu etablieren und wie können intersektionale Aspekte miteinbezogen werden?  

Theaterhäuser zeigen zwar öfters Produktionen von und mit Künstler*innen mit Behinderungen als noch vor 10 Jahren. Das ist zu begrüssen. Dennoch: Künstler*innen mit Behinderungen, die volle kreative Autorität über ihre Arbeit haben, sind immer noch eine Seltenheit in der Schweiz. Die künstlerische Leitung von inklusiven Projekten liegt oft bei nichtbehinderten Menschen. Ebenso befinden sich keine Menschen mit Behinderungen in institutionellen kulturellen Leitpositionen. Der einzige Weg, um diese Ziele zu erreichen, ist ein strukturelles Umdenken. Nur so können ko-kreative Handlungsmuster und neue Arbeitsweisen entstehen, die Veränderungen möglich machen.

Künstler*innen mit Behinderungen im In- und Ausland arbeiten bereits an Modellen, die Strukturen neu denken und nicht von einer Norm ausgehen, an welche Menschen mit Behinderungen sich anpassen müssen. Die Tagung lädt mit Vorträgen, Workshops und Diskussionen dazu ein, zuzuhören, Fragen zu stellen und die Realität neu zu gestalten.

Mit «Sketch of Togetherness» wird das erste Mal eigens eine künstlerische Arbeit für das IntegrART Reflexionsformat produziert. Die Schweizer Choreographin Lea Moro adaptiert für IntegrART gemeinsam mit Nina Mühlemann ihr performatives Projekt, das die physischen, sozialen, persönlichen und emotionalen Qualitäten der Begegnung zwischen zwei Menschen untersucht: Ein*e Politker*in und ein*e Künstler*in mit Behinderung verbringen einen Tag zusammen, begleitet von einer Kamera. An der Tagung begegnen sie sich ein zweites Mal, diesmal vor Publikum. Dabei wird ihr Zusammensein ins Zentrum gerückt und die Möglichkeiten, einander zu begegnen, auf die Probe gestellt. Es eröffnen sich Resonanz- und Reflexionsräume, die Möglichkeiten des Miteinanders verhandeln.

Fünf inklusive Bühnenproduktionen zu Gast in Basel, Bern, Genf und Lugano – 26. Mai bis 6. Juni 2021

Vom 26. Mai bis 6. Juni 2021 präsentiert IntegrART ausgewählte Bühnenproduktionen von und mit Künstler*innen mit und ohne Behinderung. Die vier nationalen und internationalen Produktionen sowie das Kurzstück, das im inklusiven StageLab der Zürcher Hochschule der Künste ZHdK entstanden ist, werden an den IntegrART-Partnerfestivals in Lugano, Bern, Basel und Genf gezeigt.   
                     

Seit Sommer 2018 ist IntegrART Träger des Labels «Kultur inklusiv». Im Herbst 2018 wurde IntegrART mit dem Swiss Diversity Award für Kunst ausgezeichnet.