Maria Tembe/Lovatiana Rakotobe: Affinity

26.5. Lugano, ORME Festival  
28.5. Genf, Out of the Box – Biennale des Arts inclusifs  
1.6. Basel, Wildwuchs Festival  
3.6. Bern, BewegGrund.DasFestival  

Die Tänzerinnen Lovatiana Rakotobe aus Madagaskar und Maria Tembe aus Mosambik trafen sich beim Wildwuchs-Festival 2017 in Basel im Rahmen des Residenz-Projekts «watch&talk» des Migros-Kulturprozent. Bereits die hier entstandene erste gemeinsame Improvisation vermochte es, eine hochkonzentrierte Atmosphäre der Begegnung zu kreieren, die jenseits von Sprache den Beginn einer gemeinsamen Erzählung schuf. Daran anschliessende Residenzen beim Unmute Dance Festivals in Kapstadt sowie im Rahmen des Kinani Festival in Maputo (Mosambique) sowie zuletzt in Basel, ermöglichten dem transnationalen Duo eine kontinuierliche Zusammenarbeit. Ihre unterschiedlichen Muttersprachen aussenvorlassend verknüpfen sie in «Affinity» ihre jeweiligen Herkünfte und Erinnerungen zu einem fragilen aber beständig dichter werdenden Tableau. Spannungen und Harmonie ihrer Beziehung werden im spartanisch gehaltenen Bühnenraum anhand des virtuosen Spiels mit einem Tuch eingängig visualisiert. Dabei sind es gerade die unterschiedlich chiffrierten Körpersprachen, anhand derer sie Berührungspunkte freilegen und mit eindrücklicher Unbedingtheit eine Erzählweise kreieren, die ihresgleichen sucht. Die Koproduktion mit IntegrART kommt im Rahmen der Partnerfestivals 2021 zur Uraufführung.

Dauer: 30 Minuten

Lovatiana Rakotobe hat sich 1994 dem zeitgenössischen Tanz zugewendet und trat daraufhin in die Compagnie Rary von Ariry Andriamoratsiresy ein, in der sie als Tänzerin und Choreographin ausgebildet wurde. 2002 gründete sie ihre eigene Compagnie und widmete sich darüber hinaus verschiedenen Projekten und Initiativen rund um den Tanz mit Schwerpunkt inklusiver Projekte: Ihre Teboka-Lasitra-Tanztechnik (2008) entstand durch das Ansinnen, Choreografien für blinde Menschen realisieren zu können, die künstlerische Plattform «Kilokolo» intiierte sie für Kinder und Menschen mit Behinderungen (2009) und gründete mit ATPEA (2011) das Atelier de Transmission Pédagogique and Artistic Exchange. ATEPA fördert die Begegnung zwischen herkömmlich professionellen Tänzer*innen und Tänzer*innen mit Behinderungen. 

Maria Tembe wurde in Maputo, Mosambik, geboren und absolvierte ihre Ausbildung in zeitgenössischem Tanz im Rahmen des Projekts (In)Dependence von CulturArte, einer Initiative zur Entwicklung zeitgenössischer darstellender Kunst in Maputo. Im Rahmen dieser Ausbildung arbeitete sie mit Choreografen wie Panaibra Gabriel Canda, Martial Chazalon, Martin Champaut, Boyzie Cekwana und Carlos Pez. Daraufhin trat sie als Tänzerin in verschiedenen Produktionen auf: in (in)dependence (2007) und Borderlines (2010) von Panaibra Gabriel Canda sowie in Inkomati (des)accord (2009) von Panaibra Gabriel Canda und Boyzie Cekwana. Mit diesen Produktionen war sie in Maputo, La Reunion, am HAU in Berlin sowie beim Global Dance Fest, New Mexico, eingeladen. In der Schweiz war sie 2015 bei IntegrART mit Borderlines zu Gast sowie 2019 mit Solo für Maria.

Credits
Choreographie/Performance: Lova Rakotobe/Maria Tembe

 

Lova Rakotobe, links im Bild stehend. Rechts im Bild Maria Tembe, stehend. Ein weisses Tuch, zu einer Kordel zusammengerollt, zwischen den beiden